| Energieausweis - ab 35 €! |
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Ob er Deutschland voranbringt, mag dahingestellt bleiben: Der "Energiepass" ist das neue Instrument, das helfen soll, der größten Verschwendung Einhalt zu gebieten. Aber selten gab es ein solches Gezerre, auch eine solche Verwirrung um eine Neuerung. Am Ende ist ein Minimalkonsens dabei herausgekommen.
Es gibt derzeit nicht nur "den" Energiepass, sondern drei Sorten - und in Hamburg sogar vier.
Der schlichteste ist der "Verbrauchsausweis ohne Modernisierungsempfehlung". Dieser Energieausweis entspricht allerdings nicht den gesetzlichen Vorschriften.
Etwas anspruchsvoller ist der "Verbrauchspass mit Modernisierungsemfehlung". Die meisten Anbieter fertigen ihn "vom grünen Tisch"; entsprechend niedrig ist der Preis. Bei mir kostet dieser - dem Gesetz entsprechende, aber ziemlich nichtssagende - Ausweis 35 Euro inkl. MWSt.. Der Hauseigentümer muss in einem Formular darstellen, wie seine Wände, Fenster, Dach oder Kellerdecke beschaffen sind, wie hoch der Brennstoffverbrauch der letzten drei Jahre war - und dafür gibt's dann Standardempfehlungen. Nur noch zulässig für Gebäude mit mehr als vier Wohnungen.
Nicht sehr sinnvoll, aber gängige Praxis. Seriöser (wenn auch aufwändiger) ist es dann schon, zunächst in einem Ortstermin festzustellen, was denn wirklich sinnvoll wäre - und danach Modernisierungsempfehlungen zu geben. In Hamburg kann man dies mit der bezuschussten Beratung .koppeln.
Aussagekräftiger als alle Verbrauchsausweise ist der sogenannte "Bedarfsausweis". Bei diesem kommt es nämlich nicht darauf an, was zufällig gerade von den derzeitigen Benutzern verbraucht wurde. Stattdessen werden alle Bauteile genau analysiert und daraus ermittelt, wieviel Energie in dem Gebäude unter bestimmten Normbedingungen verbraucht würde. Das macht das Ergebnis vergleichbar mit anderen Gebäuden.
Der "Hamburger Energiepass",. dessen Erstellung staatlich gefördert wird, ist ein Bedarfspass. Hier wird in einem dicken Buch jedes einzelne Bauteil des Hauses aufgelistet und berechnet, welchen Anteil es am Energieverbrauch hat. Gerade für Menschen, die etwas verbessern wollen, aber nicht gleich "alles auf einmal", ist dieser Energiepass richtig: Da kann man nämlich genau sehen, ob es sich mehr lohnt, in einem ersten Schritt das Dach zu dämmen, oder doch lieber die Kellerdecke. Dieser Hamburger Pass ist auch für viele Förderprogramme die Voraussetzung, um staatliche Zuschüsse zu bekommen.
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